Dr. B. Klaßen, Tierärztin,
Bahnhofstr. 3,
97816 Lohr
Telefon 0 93 52 - 54 11 |
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In unserer Praxis zählt das Kastrieren von Tieren (Katzen, Hunden,
Hasen, Meerschweinchen, Frettchen und seit letztem Jahr auch Waschbären) zu
den häufigsten chirurgischen Eingriffen.
Für die meisten Tierbesitzer ist es selbstverständlich ihre Katze kastrieren
zu lassen, schon allein um ihre enorme Fruchtbarkeit unter Kontrolle zu bringen.
Auch für die Kastration der Hündin gibt es gute Gründe. Aspekte aber, die nur
der Bequemlichkeit des Menschen dienen, rechtfertigen diesen Eingriff nicht,
zu mal berücksichtigt werden muss, dass eine Kastration auch Nebenwirkungen
haben kann.
Die häufigsten Gründe für eine Kastration:
1. Medizinische Gründe
Bei der Therapie von bestimmten Erkrankungen wie Gebärmutterentzündung, wiederholte
Scheinträchtigkeit mit ausgeprägten Verhaltensänderungen, Scheidenvorfall, Eierstockzysten
und –tumore, Zuckerkrankheit, Schilddrüsenunterfunktion, Hauterkrankungen ist
die operative Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter notwendig.
2. Erleichterung der Haltung
Blutiger Ausfluss während der Läufigkeit wird oft als störend empfunden. Nach
der Kastration bleiben der Zyklus der Hündin und damit auch die Blutung aus.
Belästigung durch Rüden entfällt.
3. Beeinflussung des Verhaltens
Hier versprich die Operation nur dann Erfolg, wenn Verhaltensweisen beeinflusst
werden sollen, die durch Sexualhormone gesteuert sind. Die Tiere sind dann ausgeglichener.
Wann ist de richtige Zeitpunkt für die Operation?
Wenn keine besonderen Gründe eine unmittelbare Operation erforderlich machen, sollte der Eingriff in der sexuellen Ruhephase (zwischen zwei Läufigkeiten) stattfinden.
Frühkastrationen, d.h. Kastrationen vor der 1. Läufigkeit werden in unserer Praxis nicht durchgeführt. Geschlechtshormone sind für die Ausreifung des Hundes sowohl körperlich als auch psychisch von Bedeutung und es ist zu befürchten, dass es durch den fehlenden Einfluss der Hormone zu einer mangelhaften Entwicklung des Hundes kommen kann.
Folgen der Kastration
1. Übergewicht
Fällt nach Kastration der Einfluss der Sexualhormone weg, ist häufig ein übermäßiger
Appetit bei gleichzeitig vermindertem Energiebedarf die Folge. Das kann zu einer
deutlichen Gewichtszunahme führen. Besonders betroffen sind die Hunderassen
Labrador Retriever, Cocker Spaniel, Cavalier King Charles Spaniel, Beagle und
Cain-Terrier.
2. Harninkontinenz
Nach der Kastration kann es bei der Hündin durch mangelhaften Verschluss der
Harnröhre zu Harnträufeln kommen. ‚Erkranken können Hunde aller „Gewichtsklassen“,
besonders oft jedoch Hunde mit einem Gewicht über 20 kg. Vor allen betroffen
sind Hunde der Rassen Boxer, Dobermann, Riesenschnauzer, Rottweiler und Bobtail.
3. Fellveränderung
Das Kastrieren kann vor allem bei langhaarigen Hunderassen zu einer Fellveränderung
führen. Es kommt zu einem übermäßig starkem Wachstum der Unterwolle, das Fell
ist stumpf und hat ein welpenartiges Aussehen. Besonders Cocker Spaniel, Irisch-Setter
und Langhaardackel können nach der Kastration solch ein „Welpenfell“ entwickeln.